Urgyen Sangharakshita 26.08.1925 – 30.10.2018

 

Am Montag, den 30.10.2018 verstarb Urgyen Sangharakshita an den Folgen einer Lungenentzündung. Er hat 1967 den Ordens Westlicher Buddhistischer Orden gegründet, der heute den Namen Triratna (Drei Juwelen) trägt. In diesen 51 Jahren sind in der ganzen Welt, besonders in Indien, buddhistische Zentren entstanden. Samstag, den 9. November wurde er mit einer bewegenden Zeremonie in Adhisthana beerdigt.

Mehr als 1200 Ordensmitglieder, Mitras, Freunde und Angehörige waren in strömendem Regen gekommen, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Schon in den Tagen davor, als er aufgebettet war, hatte ein ständiger Strom von Besuchern mit dem Rezitieren von Mantras und mit Meditationen von ihm Abschied genommen. Bhante (Lehrer/ Meister) – wie ihn seine Anhänger nennen- hatte sich bereits 2011 für seine Beerdigung zwei Musikstücke gewünscht, von Richard Strauss „Abendrot“, gesungen von Elisabeth Schwarzkopf, eine Vertonung des Gedichtes von Joseph von Eichendorff und von Jeremiah Clarke „Trumpet Voluntary“. Er hatte dazu geschrieben: „If my consciousness is hovering round, I shall certainly listen. „

Nach der Musik begrüßte Saddhanandi in der riesigen, offenen Scheune die Gäste und in diesem Augenblick kam die Sonne heraus und ein Vogel zwitscherte so schön, dass wir erst dachten, es sei Teil der vorangegangenen Musik. Aber er sang leibhaftig, hier in Adhisthana, dem Ort, an dem Bhante in den letzten fünf Jahren gelebt hat, von denen, wie er sagte, das letzte Jahr das schönste seines Lebens gewesen sei, in dem er so vielen Menschen von Triratna begegnet ist.

Adhisthana liegt in Herefordshire, England und ist das Zentrum, das Herzstück des Ordens. Das Wort Adhisthana bedeutet Bodenständigkeit, Segnung und Dankbarkeit. Besonders berührend war der Beitrag in der Feier von Subhuti. Er erzählt, wie sich das Bild von Sangharakshita ihm eingeprägt hat, damals noch ein völlig Fremder für ihn- als er ihn durch den Hydepark gehen sah. Ein Jahr später (1969) begann die Freundschaft, Bhante wurde sein Präzeptor. Die Begegnung mit ihm hat sein Leben komplett verändert. Bhantes Persönlichkeit lässt sich kaum beschreiben; er war unkonventionell und herausfordernd.

Zur Ordensgründung sagt Bhante selbst, dass er wohl nicht der Geeignetste dazu war, aber die Zeit war reif für einen neuen Orden im Westen. Bis zur der Gründung wurde im Westen der Buddhismus weitgehend goutiert, aber nicht praktiziert und in Indien war der Buddhismus in einer armseligen Verfassung. Bereits vor 18 Jahren hat Sangharakshita alle seine Aufgaben im Orden an das College öffentlicher Präzeptoren undPräzeptorinnen abgegeben, die seither mit ihm im Hintergrund seine Arbeit erfolgreich fortgesetzt haben.

Vor sechs Jahren, im Alter von 88 Jahren ist er noch einmal umgezogen von Birmingham nach Adhisthana, keine leichte Sache in diesem Alter. Auch seine umfangreiche Bibliothek hat dort einen angemessenen Platz gefunden. Umgeben von einem herrlichen Garten und weiten Wiesen mit uralten Eichen ist dort nun auch der Platz für sein Grab, inmitten eines Rondells, bepflanzt mit weissen Blumen und Pflanzen.

Dhammadinna hatte Bhante im Alter von 24 Jahren getroffen, er hatte damals langes Haar und wohnte in einer Hippie-Kommune. Sie erinnert sich, wie er ihr erzählte, dass er die ganze Nacht den Mond angeschaut hatte. Er war ein guter Zuhörer, freundlich und unterstützend, er sprach nicht über Wahrheit sondern verkörperte sie.

Amoghasiddhi aus Indien, seit 1990 ordiniert, beschreibt Bhantes Verdienste nach dem Tod von Dr. Ambedkar. Sangharakshita war der einzige Lehrer, der wusste, was zu tun war. Er hielt zahlreiche Reden vor tausenden von Zuhörern und deshalb haben viele Inder ihn heute noch im Herzen und große Hochachtung vor ihm, auch wenn sie ihn nie persönlich getroffen haben. Es ist die einfache und tiefe Art, in der Sangharakshita den Buddhismus vermittelt hat. Das Leben vieler InderInnen ist durch den Buddhismus geändert worden und sie sind voller Dankbarkeit. Das Bodhisattva-Gelübde hat ihn getragen; dazu schreibt Sangharakshita selbst:

“ Bodhicitta ist der Wille zur Erleuchtung, aber es ist nicht ein individueller Wille, das ist nur am Anfang so. Hinter diesem individuellen Willen ist eine Offenheit, und es ist so, als würde der Strom der Erleuchtung das Denken und Handeln übernehmen. Du bist nicht länger „du“, etwas Höheres arbeitet durch dich und wirkt in dir zur Erleuchtung aller Wesen“.

Der Sarg wird aus der Scheune zum Rondell im Garten getragen, Mantras werden rezitiert und wieder kommt die Sonne heraus. Das Dhammapalam Gatha wird gesprochen, ebenso das wunderbare Gedicht von Bhante über den Abschied von den Elementen: Erde, Wasser ,Feuer ,Luft, Raum und Bewusstsein. Als der Sarg abgesenkt wird, erscheint ein Regenbogen über der Bibliothek.

Offenheit, Freundlichkeit, Humor, Kreativität

Dharmastudium

Wir studieren den Dharma, die Lehre des Buddha in ihrer Vielfalt und beziehen sie auf unseren Alltag. Das können Themen sein wie Ethik, Freundschaft im Sangha, der buddhistischen Gemeinschaft, Rituale, Symbole, der achtfältige Pfad, Mantras, bedingtes Entstehen und Vergehen, liebende Güte.

Referate und Diskussionen regen zur Reflexion an, kreative und meditative Übungen inspirieren und öffnen einen Zugang zu anderen Ebenen.

16.9.2018       12 – 16 Uhr
Dachsteinstr. 18, 65199 Wiesbaden
Dharmacharini Sanghadarsini
Sanghadarsini arbeitet seit vielen Jahren engagiert für Triratna und war zuletzt in Adhisthana, dem Zentrum von Triratna, an dem Menschen aus der ganzen Welt zu Studium und Praxis zusammenkommen. Wir freuen uns, über ihre Erfahrungen zu hören!

20.11.  und  27.11. 2018       19-21 Uhr
Dachsteinstr. 18, 65199 Wiesbaden
Dharmacharini Upekshalila
An zwei aufeinanderfolgenden Abenden untersuchen wir, was der Buddha über Dukkha /Leiden ausgesagt hat, und wie wir es in unserem Alltag erleben. Anmeldung erwünscht

4.10.2018, 19 – 21 Uhr
Schiersteiner Str. 21, 65197 Wiesbaden (im Hause Sirona)
Dharmacharini Kulanandi
Kulanandi ist Präzeptorin bei Triratna, wir begrüßen sie zu unserem regulären Abend.

Retreat

Die drei Lakshanas: Leiden, Vergänglichkeit, Nicht-Ich

9.11. – 11.11.2018

Espenschied (Lorch am Rhein), Vordertaunus

Ein Retreat ist ein Rückzug aus dem Alltag. Die Wiesbadener Gemeinschaft organisiert einmal jährlich von Freitagabend (18 Uhr) bis Sonntagmittag (13.30 Uhr) einen solchen Rückzug in einem Selbstversorgerhaus im Luftkurort Espenscheid im Wispertal/Rheingau. Wir meditieren, schweigen, studieren, gehen spazieren und kochen zusammen. Nach einem solchen Retreat kannst Du Deine Praxis in der Wiesbadener Gemeinschaft fortführen. Viele interessante und längere Retreatangebote findest Du im Vimaladhatu Meditationshaus, dem Retreatzentrum von Triratna im Sauerland: http://www.meditationshaus-sundern.de